Warum Kohlenstoffstahl bei tiefen Temperaturen versagt
Kohlenstoff- und niedriglegierte Stähle weisen eine Übergangstemperatur (DBTT) zwischen -20°C und +20°C auf. Unterhalb dieser Temperatur wechselt das Material von duktilem zu sprödem Bruchverhalten. In kryogenen Anlagen – LNG-Terminals, Ethancracker, Luftzerlegungsanlagen – stellt dies ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar.
ASTM A320 Güte L7: Ausgelegt für Kryogenanwendungen
L7 ist ein 4140 Chrom-Molybdän-Stahl mit obligatorischer Kerbschlagprüfung bei -101°C (-150°F). Die Vergütungsbehandlung ist auf Tieftemperaturzähigkeit optimiert, was L7 zum Industriestandard für LNG-Flansche und Kaltboxanlagen macht.
Mechanische Eigenschaften (ASTM A320-2024)
| Eigenschaft | L7-Anforderung |
|---|---|
| Zugfestigkeit | Min. 860 MPa |
| Streckgrenze | Min. 724 MPa |
| Bruchdehnung | Min. 16% |
| Kerbschlag @ -101°C | Ø ≥ 27 J, Minimum 20 J |
L7M: NACE-konforme Tieftemperaturgüte
Bei gleichzeitigem H₂S-Vorkommen (Sauergas-LNG) wird L7M verwendet. L7M hat identische Zusammensetzung wie L7, aber max. 22 HRC Härte gemäß NACE MR0175/ISO 15156.
Typische Anwendungen
- LNG-Anlagen: Rohrleitungsflansche, kryogene Pumpanschlüsse
- Ethenproduktion: Spaltgasverdichter-Flansche, Kaltfraktionierflansche
- Luftzerlegungsanlagen: LOX-, LIN- und LAR-Behälterflansche
LOKRON-Lieferfähigkeit
LOKRON beschafft L7/L7M-Material von europäischen NACE-zugelassenen Stahlwerken. Jede Charge erhält eine vollständige EN 10204 Typ 3.1 Werksbescheinigung mit Schmelzennummernrückverfolgung.
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