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Verbindungstechnik

NACE MR0175 Sour Service Fasteners: Auswahl, Werkstoffe und Zertifizierungsleitfaden

2026-07-01·12 min

Einführung in NACE MR0175/ISO 15156 für Verbindungselemente

In der Öl- und Gas-, Chemie- und Petrochemieindustrie sind Anlagen und Verbindungselemente häufig sauren Umgebungen mit Schwefelwasserstoff (H₂S) ausgesetzt. Unter solchen Bedingungen können Werkstoffe durch Sulfidspannungsrisskorrosion (SSC) und Spannungsrisskorrosion (SCC) versagen, was zu katastrophalen Ausfällen führt. Um diese Risiken zu mindern, legt die Norm NACE MR0175/ISO 15156 (Erdöl-, petrochemische und Erdgasindustrie – Werkstoffe für den Einsatz in H₂S-haltigen Umgebungen bei der Öl- und Gasproduktion) strenge Anforderungen an Werkstoffauswahl, Wärmebehandlung, Härtekontrolle und Prüfung fest.

Für Verbindungselemente ist die Einhaltung von NACE MR0175/ISO 15156 bei Anwendungen wie Flanschverbindungen, Druckbehältern, Ventilen und Rohrleitungssystemen in Sour Service von entscheidender Bedeutung. Dieser Leitfaden behandelt die wichtigsten Aspekte der Auswahl, Spezifikation und Zertifizierung von Verbindungselementen für saure Umgebungen, mit Schwerpunkt auf gängigen Werkstoffgüten wie ASTM A193 B7M und B8M Class 2, Härtegrenzen und Dokumentationsanforderungen.

Werkstoffanforderungen: ASTM A193 B7M, B8M Class 2 und andere

NACE MR0175/ISO 15156 definiert zulässige Werkstoffe für Verbindungselemente in Sour Service. Die am häufigsten verwendeten Güten sind:

  • ASTM A193 Grade B7M: Ein niedriglegierter Stahl (AISI 4140/4142), vergütet, mit kontrollierter Härte (maximal 22 HRC). B7M ist die Standardwahl für Kohlenstoffstahl- und niedriglegierte Stahlflansche in NACE-Anwendungen.
  • ASTM A193 Grade B8M Class 2: Ein austenitischer Edelstahl (Type 316), kaltverfestigt zur Erzielung hoher Festigkeit, mit einer Härte von typischerweise ≤ 22 HRC. Geeignet für korrosive Umgebungen und höhere Temperaturen.
  • ASTM A193 Grade B8 Class 2: Ähnlich wie B8M, jedoch in Type 304 Edelstahl, mit Härte ≤ 22 HRC.
  • ASTM A320 Grade L7M: Ein niedriglegierter Stahl (AISI 4140/4142) für den Tieftemperatureinsatz, mit Härte ≤ 22 HRC.
  • Nickellegierungen: Wie UNS N07718 (Inconel 718) oder UNS N06625 (Inconel 625) für stark korrosive oder hochtemperaturbeständige saure Umgebungen.

Alle Werkstoffe müssen die Härteanforderungen von NACE MR0175/ISO 15156 erfüllen, typischerweise maximal 22 HRC für Kohlenstoff- und niedriglegierte Stähle sowie 22 HRC für austenitische Edelstähle (außer unter bestimmten Bedingungen, bei denen mit zusätzlichen Prüfungen eine höhere Härte zulässig ist).

Härte- und Wärmebehandlungsspezifikationen

Die Härtekontrolle ist das primäre Mittel zur Sicherstellung der Beständigkeit gegen SSC. Für Verbindungselemente aus Kohlenstoff- und niedriglegiertem Stahl (z. B. B7M, L7M) beträgt die maximale Härte 22 HRC. Dies wird erreicht durch:

  • Vergüten: Der Stahl wird austenitisiert, abgeschreckt und dann bei einer ausreichend hohen Temperatur angelassen, um die Härte auf ≤ 22 HRC zu reduzieren, während die mechanischen Eigenschaften erhalten bleiben.
  • Härteprüfung: Jede wärmebehandelte Charge muss auf Härte geprüft werden, typischerweise mit der Rockwell-C-Skala. Bei großen Verbindungselementen können mehrere Messungen erforderlich sein.

Bei austenitischen Edelstählen (B8M Class 2, B8 Class 2) wird die Härte durch Kaltverfestigung kontrolliert und darf 22 HRC nicht überschreiten. NACE MR0175/ISO 15156 erlaubt jedoch unter bestimmten Bedingungen eine höhere Härte (bis zu 35 HRC), wenn der Werkstoff die SSC-Prüfung nach Methode A oder Methode B besteht.

Die Wärmebehandlung muss gemäß der anwendbaren ASTM-Norm (z. B. A193, A320) und den NACE-Anforderungen erfolgen. Für B7M muss die Anlasstemperatur mindestens 620 °C (1150 °F) betragen, um eine Härte unter 22 HRC zu gewährleisten.

Zertifizierungs- und Prüfanforderungen

Verbindungselemente, die für den Einsatz nach NACE MR0175/ISO 15156 geliefert werden, müssen von Dokumenten begleitet sein, die die Einhaltung nachweisen. Wichtige Zertifikate und Prüfungen umfassen:

  • Werkstoffprüfzeugnis (MTR): Gemäß EN 10204 Typ 3.1 oder 3.2, mit Angabe der chemischen Zusammensetzung, mechanischen Eigenschaften und Wärmebehandlungsdetails.
  • Härteprüfbericht: Dokumentation der Härtewerte für jede Charge, Bestätigung von ≤ 22 HRC (oder wie spezifiziert).
  • NACE MR0175/ISO 15156 Konformitätserklärung: Eine Erklärung, dass die Verbindungselemente die Anforderungen der Norm erfüllen, einschließlich Werkstoff, Wärmebehandlung und Härte.
  • Fremdprüfung: Wird oft von Endkunden gefordert, z. B. Überprüfung durch eine benannte Stelle oder ein unabhängiges Labor.
  • SSC-Prüfung: Für Werkstoffe, die die Härtegrenzen nicht einhalten, oder für Sondergüten kann eine SSC-Prüfung nach NACE TM0177 (Methode A) erforderlich sein.

Zusätzlich müssen Hersteller für Verbindungselemente, die in Druckgeräten gemäß PED 2014/68/EU verwendet werden, eine Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung sowie das EN 10204 3.1-Zertifikat vorlegen.

Checkliste zur Lieferantenqualifikation

Bei der Beschaffung von NACE-konformen Verbindungselementen sollten Einkaufsingenieure und Projektmanager die folgende Checkliste zur Qualifizierung von Lieferanten verwenden:

AnforderungDetails
WerkstoffzertifizierungLieferant stellt MTR mit chemischen und mechanischen Eigenschaften gemäß ASTM A193/A320 und NACE MR0175 zur Verfügung.
HärtekontrolleHärteprüfbericht mit ≤ 22 HRC (oder gemäß NACE). Wärmebehandlungsaufzeichnungen überprüfen.
RückverfolgbarkeitJedes Verbindungselement mit Güte, Schmelzennummer und Herstellerkennzeichnung. Vollständige Rückverfolgbarkeit vom Rohmaterial bis zum Fertigprodukt.
QualitätsmanagementsystemISO 9001- oder IATF 16949-Zertifizierung. Für PED: Einhaltung von Modul H oder einem anderen geeigneten Modul.
FremdprüfungMöglichkeit zur Beauftragung einer anerkannten dritten Stelle (z. B. DNV, Lloyd's, Bureau Veritas).
ErfahrungNachgewiesene Erfolgsbilanz bei der Lieferung NACE-konformer Verbindungselemente an die Öl- und Gas-, Chemie- oder ähnliche Industrien.
PrüfkapazitätenInterne oder vertraglich gebundene Prüfungen für Härte, Zugfestigkeit, Kerbschlagbiegeversuch und ggf. SSC.
DokumentationVollständiges Dokumentationspaket einschließlich EN 10204 3.1, NACE-Konformitätserklärung und ggf. zusätzlicher Prüfberichte.

LOKRON Lösung

LOKRON (Suzhou Fulida) ist ein Hersteller von Präzisionsverbindungselementen mit über 20 Jahren Erfahrung in der Lieferung von hochfesten Stiftschrauben, Sechskantschrauben, Muttern und kundenspezifischen Verbindungselementen für die Prozessindustrie, Energie-, Chemie-, Schifffahrts-, Industrie-OEM-, Maschinenbau- und Transportsektoren weltweit. Wir sind nach PED 2014/68/EU (C&P Inspection), ISO 9001 und IATF 16949 zertifiziert. Unsere NACE MR0175/ISO 15156-konformen Verbindungselemente umfassen:

  • ASTM A193 B7M Stiftschrauben mit vollständiger EN 10204 3.1-Dokumentation und Härte ≤ 22 HRC.
  • ASTM A193 B8M Class 2 Stiftschrauben für korrosive saure Umgebungen.
  • ASTM A194 2HM Schwere Sechskantmuttern (für B7M) und A194 8M Muttern (für B8M).
  • Kundenspezifische Verbindungselemente nach ASTM, DIN, EN und ISO mit NACE-Konformität.

Alle unsere NACE-Verbindungselemente werden mit strenger Härtekontrolle, Rückverfolgbarkeit und optionaler Fremdprüfung hergestellt. Wir bieten ein vollständiges Dokumentationspaket mit Werkstoffprüfzeugnissen, Härtezertifikaten und NACE-Konformitätserklärungen.

Häufig gestellte Fragen

1. Was ist der Unterschied zwischen ASTM A193 B7 und B7M?

B7 ist ein Standardmaterial für hochfeste Stiftschrauben mit einem Härtebereich von 22-32 HRC, während B7M eine modifizierte Version mit kontrollierter Härte (≤ 22 HRC) für Sour Service ist. B7M wird bei einer höheren Temperatur angelassen, um eine geringere Härte und verbesserte SSC-Beständigkeit zu erreichen.

2. Kann ich B8 Class 1 anstelle von B8M Class 2 für NACE verwenden?

Nein. B8 Class 1 ist lösungsgeglüht mit geringerer Festigkeit und wird typischerweise nicht für Verbindungselemente verwendet. B8M Class 2 ist kaltverfestigt, um eine höhere Festigkeit zu erreichen, und ist in NACE MR0175/ISO 15156 für Sour Service aufgeführt. B8 Class 2 (304) ist ebenfalls zulässig, hat aber möglicherweise eine geringere Korrosionsbeständigkeit als B8M (316).

3. Welche Härteprüfung ist für NACE-Verbindungselemente erforderlich?

Die Härteprüfung nach ASTM E18 (Rockwell C) ist für jede wärmebehandelte Charge erforderlich. Für B7M und B8M Class 2 beträgt die maximale Härte 22 HRC. Bei großen Durchmessern oder wenn vom Käufer spezifiziert, können zusätzliche Prüfungen erforderlich sein.

4. Erfordern NACE-Verbindungselemente eine SSC-Prüfung?

Nicht immer. Wenn der Werkstoff die Härtegrenzen einhält und in NACE MR0175/ISO 15156 Tabelle A.1 aufgeführt ist (z. B. B7M, B8M Class 2), ist keine SSC-Prüfung erforderlich. Für Werkstoffe außerhalb der Tabelle oder mit höherer Härte kann jedoch eine SSC-Prüfung nach NACE TM0177 notwendig sein.

5. Welche Dokumente sollte ich von einem NACE-Verbindungselementlieferanten anfordern?

Sie sollten ein Werkstoffprüfzeugnis (EN 10204 3.1), einen Härteprüfbericht, eine NACE-Konformitätserklärung und gegebenenfalls ein Fremdprüfzertifikat anfordern. Stellen Sie außerdem sicher, dass jedes Verbindungselement mit Rückverfolgbarkeitsmarkierungen versehen ist.

Zusammenfassung

Die Auswahl der richtigen Verbindungselemente für Sour Service ist entscheidend, um Sulfidspannungsrisskorrosion zu verhindern und die Betriebssicherheit zu gewährleisten. NACE MR0175/ISO 15156 bietet klare Richtlinien für Werkstoffauswahl, Härtekontrolle, Wärmebehandlung und Zertifizierung. Durch die Verwendung von Güten wie ASTM A193 B7M und B8M Class 2 und die Zusammenarbeit mit qualifizierten Lieferanten wie LOKRON können Ingenieure Verbindungselemente sicher spezifizieren, die die strengen Anforderungen saurer Umgebungen erfüllen. Überprüfen Sie stets die Dokumentation und ziehen Sie bei risikoreichen Anwendungen eine Fremdprüfung in Betracht.

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